Und gerade in dieſen lezteren Erkentniſſen, welche uͤber die Sinnenwelt hinausgehen, wo Erfahrung gar keinen Leitfaden noch Berichtigung geben kan, liegen die Nachforſchungen unſrer Vernunft, die wir der Wichtigkeit nach vor weit vorzuͤglicher, und ihre Endabſicht vor viel erhabener halten, als alles, was der Verſtand im Felde der Erſcheinungen lernen kan, wobey wir, ſogar auf die Gefahr zu irren, eher alles wagen, als daß wir ſo angelegene Unterſuchungen aus irgend einem Grunde der Bedenklichkeit, oder aus Geringſchaͤtzung und Gleichguͤltigkeit aufgeben ſollten.
Nun ſcheint es zwar natuͤrlich, daß, ſo bald man den Boden der Erfahrung verlaſſen hat, man doch nicht mit Erkentniſſen, die man beſizt, ohne zu wiſſen woher, und auf den Credit der Grundſaͤtze, deren Urſprung man nicht kennt, ſo fort ein Gebaͤude errichten werde, ohne der Grundlegung deſſelben durch ſorgfaͤltige Unterſuchungen vorher verſichert zu ſeyn, daß man alſo die Frage vorlaͤngſt werde aufgeworfen haben, wie denn der Verſtand zu allen dieſen Erkentniſſen a priori kommen koͤnne, und welchen Umfang, Guͤltigkeit und Werth ſie haben moͤgen.