Der Transſcendentalen Methodenlehre Viertes Hauptſtuͤck. Die Geſchichte der reinen Vernunft.
Dieſer Titel ſteht nur hier, um eine Stelle zu bezeichnen, die im Syſtem uͤbrig bleibt und kuͤnftig ausgefuͤllet werden muß. Ich begnuͤge mich, aus einem blos transſcendentalen Geſichtspuncte, nemlich der Natur der reinen Vernunft, einen fluͤchtigen Blick auf das Ganze der bisherigen Bearbeitungen derſelben zu werfen, welches freilich meinem Auge zwar Gebaͤude, aber nur in Ruinen vorſtellt.
Es iſt merkwuͤrdig gnug, ob es gleich natuͤrlicher Weiſe nicht anders zugehen konte, daß die Menſchen im Kindesalter der Philoſophie davon anfiengen, wo wir iezt lieber endigen moͤgten, nemlich, zuerſt die Erkentniß Gottes und Hoffnung, oder wol gar die Beſchaffenheit einer andern Welt zu ſtudiren. Was auch die alte Gebraͤuche, die noch von dem rohen Zuſtande der Voͤlker uͤbrig waren, vor grobe Religionsbegriffe eingefuͤhrt haben mochten, ſo hinderte dieſes doch nicht den aufgeklaͤrtern Theil, ſich freien Nachforſchungen uͤber dieſen Gegenſtand zu widmen und man ſahe leicht ein, daß es keine gruͤndliche und zuverlaͤſſigere Art geben koͤnne, der unſichtbaren Macht, die die Welt regiert, zu gefallen, um wenigſtens in einer andern