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Methodenlehre II. Hauptſt. III. Abſch. ob man zwar unausbleiblich dazu immer wiederum zuruͤckkehrt.

Ganz anders iſt es mit dem moraliſchen Glauben bewandt. Denn da iſt es ſchlechterdings nothwendig: daß etwas geſchehen muß, nemlich, daß ich dem ſittlichen Geſetze in allen Stuͤcken Folge leiſte. Der Zweck iſt hier unumgaͤnglich feſtgeſtellt und es iſt nur eine einzige Bedingung nach aller meiner Einſicht moͤglich, unter welcher dieſer Zweck mit allen geſamten Zwecken zuſammenhaͤngt und dadurch practiſche Guͤltigkeit habe, nemlich, daß ein Gott und eine kuͤnftige Welt ſey: ich weis auch ganz gewiß, daß niemand andere Bedingungen kenne, die auf dieſelbe Einheit der Zwecke unter dem moraliſchen Geſetze fuͤhre. Da aber alſo die ſittliche Vorſchrift zugleich meine Maxime iſt (wie denn die Vernunft gebietet, daß ſie es ſeyn ſoll), ſo werde ich unausbleiblich ein Daſeyn Gottes und ein kuͤnftiges Leben glauben und bin ſicher: daß dieſen Glauben nichts wanckend machen koͤnne, weil dadurch meine ſittliche Grundſaͤtze ſelbſt umgeſtuͤrzt werden wuͤrden, denen ich nicht entſagen kan, ohne in meinen eigenen Augen verabſcheuungswuͤrdig zu ſeyn.

Auf ſolche Weiſe bleibt uns nach Vereitelung aller ehrſuͤchtigen Abſichten einer, uͤber die Graͤnzen aller Erfahrung hinaus, herumſchweifenden Vernunft noch genug uͤbrig: daß wir damit in practiſcher Abſicht zufrieden zu ſeyn Urſache haben. Zwar wird freilich ſich niemand ruͤhmen koͤnnen: er wiſſe, daß ein Gott und daß ein kuͤnftig

Leben