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Methodenlehre II. Hauptſt. III. Abſch.

Nun muͤſſen wir geſtehen: daß die Lehre vom Daſeyn Gottes zum doctrinalen Glauben gehoͤre. Denn, ob ich gleich in Anſehung der theoretiſchen Weltkentniß nichts zu verfuͤgen habe, was dieſen Gedanken, als Bedingung meiner Erklaͤrungen der Erſcheinungen der Welt, nothwendig vorausſetze, ſondern vielmehr verbunden bin, meiner Vernunft mich ſo zu bedienen, als ob alles blos Natur ſey, ſo iſt doch die zweckmaͤſſige Einheit eine ſo groſſe Bedingung der Anwendung der Vernunft auf Natur, daß ich, da mir uͤberdem Erfahrung reichlich davon Beiſpiele darbietet, ſie gar nicht vorbey gehen kan. Zu dieſer Einheit aber kenne ich keine andere Bedingung, die ſie mir zum Leitfaden der Naturforſchung machte, als wenn ich vorausſetze: daß eine hoͤchſte Intelligenz alles nach den weiſeſten Zwecken ſo geordnet habe. Folglich iſt es eine Bedingung einer zwar zufaͤlligen, aber doch nicht unerheblichen Abſicht, nemlich, um eine Leitung in der Nachforſchung der Natur zu haben, einen weiſen Welturheber vorauszuſetzen. Der Ausgang meiner Verſuche beſtaͤtigt auch ſo oft die Brauchbarkeit dieſer Vorausſetzung und nichts kan auf entſcheidende Art dawider angefuͤhrt werden; daß ich viel zu wenig ſage, wenn ich mein Vorwahrhalten blos ein Meinen nennen wolte, ſondern es kan ſelbſt in dieſem theoretiſchen Verhaͤltniſſe geſagt werden: daß ich feſtiglich einen Gott glaube, aber alsdenn iſt dieſer Glaube in ſtrenger Bedeutung dennoch nicht practiſch, ſondern muß ein doctrinaler Glaube genant werden, den die

Theo