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Methodenlehre II. Hauptſt. III. Abſch. comparativ zureichend, wenn ich gar keine andere Bedingungen weis, unter denen der Zweck zu erreichen waͤre; aber ſie iſt ſchlechthin und vor iederman zureichend, wenn ich gewiß weis: daß niemand andere Bedingungen kennen koͤnne, die auf den vorgeſezten Zweck fuͤhren. Im erſten Falle iſt meine Vorausſetzung und das Vorwahrhalten gewiſſer Bedingungen ein blos zufaͤlliger, im zweiten Falle aber ein nothwendiger Glaube. Der Arzt muß bey einem Kranken, der in Gefahr iſt, etwas thun, kent aber die Krankheit nicht. Er ſieht auf die Erſcheinungen und urtheilt, weil er nichts beſſeres weiß, es ſey die Schwindſucht. Sein Glaube iſt ſelbſt in ſeinem eigenen Urtheile blos zufaͤllig, ein anderer moͤchte es vielleicht beſſer treffen. Ich nenne dergleichen zufaͤlligen Glauben, der aber dem wirklichen Gebrauche der Mittel zu gewiſſen Handlungen zum Grunde liegt, den pragmatiſchen Glauben.

Der gewoͤhnliche Probierſtein: ob etwas bloſſe Ueberredung, oder wenigſtens ſubiective Ueberzeugung, d. i. feſtes Glauben ſey, was iemand behauptet, iſt das Wetten. Oefters ſpricht iemand ſeine Saͤtze mit ſo zuverſichtlichem und unlenkbarem Trotze aus, daß er alle Beſorgniß des Irrthums gaͤnzlich abgelegt zu haben ſcheint. Eine Wette macht ihn ſtutzig. Bisweilen zeigt ſich: daß er zwar Ueberredung genug, die auf einen Ducaten an Werth geſchaͤzt werden kan, aber nicht auf zehn, beſitze. Denn, den erſten wagt er noch wol, aber bey zehnen wird er

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