Gluͤckſeligkeit allein iſt vor unſere Vernunft bey weitem nicht das vollſtaͤndige Gut. Sie billigt ſolche nicht, (ſo ſehr als auch Neigung dieſelbe wuͤnſchen mag) wofern ſie nicht mit der Wuͤrdigkeit, gluͤcklich zu ſeyn, d. i. dem ſittlichen Wolverhalten vereinigt iſt. Sittlichkeit allein und, mit ihr, die bloſſe Wuͤrdigkeit, gluͤcklich zu ſeyn, iſt aber auch noch lange nicht das vollſtaͤndige Gut. Um dieſes zu vollenden, muß der, ſo ſich als der Gluͤckſeligkeit nicht unwerth verhalten hatte, hoffen koͤnnen, ihrer theilhaftig zu werden. Selbſt die von aller Privatabſicht freie Vernunft, wenn ſie, ohne dabey ein eigenes Intereſſe in Betracht zu ziehen, ſich in die Stelle eines Weſens ſezte, das alle Gluͤckſeligkeit andern auszutheilen haͤtte, kan nicht anders urtheilen; denn in der practiſchen Idee ſind beide Stuͤcke weſentlich verbunden, obzwar ſo, daß die moraliſche Geſinnung, als Bedingung, den Antheil an Gluͤckſeligkeit und nicht umgekehrt, die Ausſicht auf Gluͤckſeligkeit die moraliſche Geſinnung zuerſt moͤglich mache. Denn im lezteren Falle waͤre ſie nicht moraliſch und alſo