Leibnitz nante die Welt, ſo fern man darin nur auf die vernuͤnftige Weſen und ihren Zuſammenhang nach moraliſchen Geſetzen unter der Regierung des hoͤchſten Guts Acht hat, das Reich der Gnaden und unterſchied es vom Reiche der Natur, da ſie zwar unter moraliſchen Geſetzen ſtehen, aber keine andere Erfolge ihres Verhaltens erwarten, als nach dem Laufe der Natur unſerer Sinnenwelt. Sich alſo im Reiche der Gnaden zu ſehen, wo alle Gluͤckſeligkeit auf uns wartet, auſſer ſo fern wir unſern Antheil an derſelben durch die Unwuͤrdigkeit, gluͤcklich zu ſeyn, nicht ſelbſt einſchraͤnken, iſt eine practiſch nothwendige Idee der Vernunft.
Practiſche Geſetze, ſo fern ſie zugleich ſubiective Gruͤnde der Handlungen, d. i. ſubiective Grundſaͤtze werden, heiſſen Maximen. Die Beurtheilung der Sittlichkeit, ihrer Reinigkeit und Folgen nach, geſchieht nach Ideen, die Befolgung ihrer Geſetze nach Maximen.
Es iſt nothwendig, daß unſer ganzer Lebenswandel ſittlichen Maximen untergeordnet werde; es iſt aber zugleich unmoͤglich, daß dieſes geſchehe, wenn die Vernunft nicht mit dem moraliſchen Geſetze, welches eine bloſſe Idee iſt, eine wirkende Urſache verknuͤpft, welche dem Verhalten nach demſelben einen unſeren hoͤchſten Zwecken genau entſprechenden Ausgang, es ſey in dieſem, oder einem an