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Methodenlehre II. Hauptſt. II. Abſch. koͤnnen. Demnach haben die Principien der reinen Vernunft in ihrem practiſchen, namentlich aber, dem moraliſchen Gebrauche, obiective Realitaͤt.

Ich nenne die Welt, ſo fern ſie allen ſittlichen Geſetzen gemaͤß waͤre, (wie ſie es denn, nach der Freiheit der vernuͤnftigen Weſen, ſeyn kan und, nach den nothwendigen Geſetzen der Sittlichkeit, ſeyn ſoll) eine moraliſche Welt. Dieſe wird ſo fern blos als intelligibele Welt gedacht, weil darin von allen Bedingungen (Zwecken) und ſelbſt von allen Hinderniſſen der Moralitaͤt in derſelben (Schwaͤche, oder Unlauterkeit der menſchlichen Natur) abſtrahirt wird. So fern iſt ſie alſo eine bloſſe, aber doch practiſche Idee, die wirklich ihren Einfluß auf die Sinnenwelt haben kan und ſoll, um ſie dieſer Idee ſo viel als moͤglich gemaͤß zu machen. Die Idee einer moraliſchen Welt hat daher obiective Realitaͤt, nicht als wenn ſie auf einen Gegenſtand einer intelligibelen Anſchauung ginge (dergleichen wir uns gar nicht denken koͤnnen), ſondern auf die Sinnenwelt, aber als einen Gegenſtand der reinen Vernunft in ihrem practiſchen Gebrauche und ein corpus myſticum der vernuͤnftigen Weſen in ihr, ſo fern deren freie Willkuͤhr unter moraliſchen Geſetzen ſowol mit ſich ſelbſt, als mit iedes anderen Freiheit durchgaͤngige ſyſtematiſche Einheit an ſich hat.

Das war die Beantwortung der erſten von denen zwey Fragen der reinen Vernunft, die das practiſche Intereſſe betrafen: Thue das, wodurch du wuͤrdig wirſt,

gluͤck