Vom Ideal des hoͤchſten Guts.
men, welches wir allen Natururſachen vorſetzen und von dem
wir zugleich dieſe in allen Stuͤcken abhaͤngend zu machen, hinreichende Urſache haͤtten. Dagegen, wenn wir aus
dem Geſichtspuncte der ſittlichen Einheit, als einem nothwendigen Weltgeſetze, die Urſache erwaͤgen, die dieſem
allein den angemeſſenen Effect, mithin auch vor uns
verbindende Kraft geben kan, ſo muß es ein einiger oberſter Wille
ſeyn, der alle dieſe Geſetze in ſich befaßt. Denn, wie wolten
wir unter verſchiedenen Willen vollkommene Einheit der Zwecke
finden? Dieſer Wille muß allgewaltig ſeyn, damit die ganze Natur und deren Beziehung auf Sittlichkeit in der Welt ihm
unterworfen ſey, allwiſſend, damit er das Innerſte der Geſinnungen
und deren moraliſchen Werth erkenne, allgegenwaͤrtig, damit er
unmittelbar allem Beduͤrfniſſe, welche das hoͤchſte Weltbeſte
erfodert, nahe ſey, ewig, damit in keiner Zeit dieſe
Uebereinſtimmung der Natur und Freiheit ermangele, u. ſ. w.
Aber dieſe ſyſtematiſche Einheit der Zwecke in dieſer
Welt der Intelligenzen, welche, obzwar, als bloſſe Natur, nur
Sinnenwelt, als ein Syſtem der Freiheit aber, intelligibele, d. i.
moraliſche Welt (regnum gratiae) genant werden kan, fuͤhret unausbleiblich auch auf
die zweckmaͤſſige Einheit aller Dinge, die dieſes groſſe Ganze
ausmachen, nach allgemeinen Naturgeſetzen, ſo wie die erſtere nach
allgemeinen und nothwendigen Sittengeſetzen und
vereinigt die practiſche Vernunft mit der ſpeculativen.
Die Welt muß als aus einer Idee entſprungen
vor