Des Canons der reinen Vernunft Erſter Abſchnitt. Von dem lezten Zwecke des reinen Gebrauchs unſerer Vernunft.
Die Vernunft wird durch einen Hang ihrer Natur getrieben, uͤber den Erfahrungsgebrauch hinaus zu gehen, ſich in einem reinen Gebrauche und vermittelſt bloſſer Ideen zu den aͤuſſerſten Graͤnzen aller Erkentniß hinaus zu wagen und nur allererſt in der Vollendung ihres Kreiſes, in einem vor ſich beſtehenden ſyſtematiſchen Ganzen, Ruhe zu finden. Iſt nun dieſe Beſtrebung blos auf ihr ſpeculatives, oder vielmehr einzig und allein auf ihr practiſches Intereſſe gegruͤndet?
Ich will das Gluͤck, welches die reine Vernunft in ſpeculativer Abſicht macht, iezt bey Seite ſetzen und frage nur nach denen Aufgaben, deren Aufloͤſung ihren lezten Zweck ausmacht, ſie mag dieſen nun erreichen oder nicht, und in Anſehung deſſen alle andere blos den Werth der Mittel haben. Dieſe hoͤchſte Zwecke werden, nach der Natur