Generating file ...

Methodenlehre I. Hauptſt. IV. Abſch. Daher ſind die leztere mehr eine Nothhuͤlfe, als ein Verfahren, welches allen Abſichten der Vernunft ein Gnuͤge thut. Doch haben dieſe einen Vorzug der Evidenz vor den directen Beweiſen, darin: daß der Widerſpruch allemal mehr Klarheit in der Vorſtellung bey ſich fuͤhrt, als die beſte Verknuͤpfung und ſich dadurch dem anſchaulichen einer Demonſtration mehr naͤhert.

Die eigentliche Urſache des Gebrauchs apogogiſcher Beweiſe in verſchiedenen Wiſſenſchaften iſt wol dieſe. Wenn die Gruͤnde von denen eine gewiſſe Erkentniß abgeleitet werden ſoll, zu mannigfaltig oder zu tief verborgen liegen: ſo verſucht man, ob ſie nicht durch die Folgen zu erreichen ſey. Nun waͤre der modus ponens, auf die Wahrheit einer Erkentniß aus der Wahrheit ihrer Folgen zu ſchlieſſen, nur alsdenn erlaubt, wenn alle moͤgliche Folgen daraus wahr ſind; denn alsdenn iſt zu dieſem nur ein einziger Grund moͤglich, der alſo auch der wahre iſt. Dieſes Verfahren aber iſt unthunlich, weil es uͤber unſere Kraͤfte geht, alle moͤgliche Folgen von irgend einem angenommenen Satze einzuſehen; doch bedient man ſich dieſer Art zu ſchlieſſen, obzwar freilich mit einer gewiſſen Nachſicht, wenn es darum zu thun iſt, um etwas blos als Hypotheſe zu beweiſen, indem man den Schluß nach der Analogie einraͤumt: daß, wenn ſo viele Folgen, als man nur immer verſucht hat, mit einem angenommenen Grunde wol zuſammenſtimmen, alle uͤbrige moͤgliche auch darauf einſtimmen werden. Um deswillen kan durch dieſen

Weg