Methodenlehre I.
Hauptſt. IV. Abſch.
Gegenſtand beſtimt werden koͤnte, der Beweis alſo nichts
weiter, als die Beſtimmung eines Gegenſtandes uͤberhaupt nach
dieſem Begriffe, der auch nur ein einziger iſt, enthalten kan. Wir
hatten z. B. in der transſcendentalen Analytik den Grundſatz: alles
was geſchieht, hat eine Urſache, aus der einzigen Bedingung der obiectiven Moͤglichkeit
eines Begriffs, von dem, was uͤberhaupt geſchieht, gezogen:
daß die Beſtimmung einer Begebenheit in der Zeit, mithin
dieſe (Begebenheit) als zur Erfahrung gehoͤrig, ohne unter einer
ſolchen dynamiſchen Regel zu ſtehen, unmoͤglich waͤre.
Dieſes iſt nun auch der einzigmoͤgliche Beweisgrund;
denn dadurch nur, daß dem Begriffe vermittelſtvermittilſt
des Geſetzes der Cauſſalitaͤt ein Gegenſtand beſtimt wird,
hat die vorgeſtellte Begebenheit obiective Guͤltigkeit, d. i.
Wahrheit. Man hat zwar noch andere Beweiſe von dieſem
Grundſatze z. B. aus der Zufaͤlligkeit verſucht; allein, wenn
dieſer beim Lichten betrachtet wird, ſo kan man kein Kennzeichen
der Zufaͤlligkeit auffinden, als das geſchehen, d. i. das Daſeyn,
vor welchem ein Nichtſeyn des Gegenſtandes vorher geht
und komt alſo immer wiederum auf den nemlichen Beweisgrund zuruͤck.
Wenn der Satz bewieſen werden ſoll: alles, was denkt,
iſt einfach, ſo haͤlt man ſich nicht bey dem Mannigfaltigen des
Denkens auf, ſondern beharret blos bey dem Begriffe des Ich,
welcher einfach iſt und worauf alles Denken bezogen wird. Eben
ſo iſt es mit dem transſcendentalen Beweiſe vom Daſeyn Gottes
bewandt, welcher lediglich auf der Reciprocabili