Die zweite Eigenthuͤmlichkeit transſcendentaler Beweiſe iſt dieſe: daß zu iedem transſcendentalen Satze nur ein einziger Beweis gefunden werden koͤnne. Soll ich nicht aus Begriffen, ſondern aus der Anſchauung, die einem Begriffe correſpondirt, es ſey nun eine reine Anſchauung, wie in der Mathematik, oder empiriſche, wie in der Naturwiſſenſchaft, ſchlieſſen: ſo giebt mir die zum Grunde gelegte Anſchauung mannigfaltigen Stoff zu ſynthetiſchen Saͤtzen, welchen ich auf mehr wie eine Art verknuͤpfen und, indem ich von mehr wie einem Puncte ausgehen darf, durch verſchiedene Wege zu demſelben Satze gelangen kan.
Nun geht aber ein ieder transſcendentaler Satz blos von einem Begriffe aus und ſagt die ſynthetiſche Bedingung der Moͤglichkeit des Gegenſtandes nach dieſem Begriffe. Der Beweisgrund kan alſo nur ein einziger ſeyn, weil auſſer dieſem Begriffe nichts weiter iſt, wodurch der