Aber die Jugend, welche dem academiſchen Unterrichte anvertrauet iſt, ſoll doch wenigſtens vor dergleichen Schriften gewarnet, und von der fruͤhen Kentniß ſo gefaͤhrlicher Saͤtze abgehalten werden, ehe ihre Urtheilskraft gereift, oder vielmehr die Lehre, welche man in ihnen gruͤnden will, feſt gewurzelt iſt, um aller Ueberredung zum Gegentheil, woher ſie auch kommen moͤge, kraͤftig zu widerſtehen?
Muͤßte es bey dem dogmatiſchen Verfahren in Sachen der reinen Vernunft bleiben und die Abfertigung der Gegner eigentlich polemiſch, d. i. ſo beſchaffen ſeyn, daß man ſich ins Gefechte einlieſſe, und mit Beweisgruͤnden zu entgegengeſezten Behauptungen bewaffnete, ſo waͤre freilich nichts rathſamer vor der Hand, aber zugleich nichts eiteler und fruchtloſer auf die Dauer, als die Vernunft der Jugend eine zeitlang unter Vormundſchaft zu ſetzen, und wenigſtens ſo lange vor Verfuͤhrung zu bewahren. Wenn aber in der Folge entweder Neugierde, oder der Modeton des Zeitalters ihr dergleichen Schriften in die Haͤnde ſpielen: wird alsdenn iene iugendliche Ueberredung noch Stich halten? Derienige, der nichts als dogmatiſche Waffen mitbringt, um den Angriffen ſeines Gegners zu widerſtehen und die verborgene Dialectik, die nicht minder