Da er auch zwiſchen den gegruͤndeten Anſpruͤchen des Verſtandes und den dialectiſchen Anmaſſungen der Vernunft, wider welche doch hauptſaͤchlich ſeine Angriffe gerichtet ſind, keinen Unterſchied kent: ſo fuͤhlt die Vernunft, deren ganz eigenthuͤmlicher Schwung hiebey nicht im mindeſten geſtoͤhret, ſondern nur gehindert worden, den Raum zu ihrer Ausbreitung nicht verſchloſſen und kan von ihren Verſuchen, unerachtet ſie hie oder da gezwackt wird, niemals gaͤnzlich abgebracht werden. Denn wider Angriffe ruͤſtet man ſich zur Gegenwehr und ſezt noch um deſto ſteifer ſeinen Kopf drauf, um ſeine Foderungen durchzuſetzen. Ein voͤlliger Ueberſchlag aber ſeines ganzen Vermoͤgens und die daraus entſpringende Ueberzeugung der Gewißheit eines kleinen Beſitzes, bey der Eitelkeit hoͤherer Anſpruͤche, hebt allen Streit auf und bewegt, ſich in einem eingeſchraͤnkten, aber unſtrittigen Eigenthume friedfertig zu begnuͤgen.
Wider den uncritiſchen Dogmatiker, der die Sphaͤre ſeines Verſtandes nicht gemeſſen, mithin die Graͤnzen ſeiner moͤglichen Erkentniß nicht nach Principien beſtimt hat, der alſo nicht ſchon zum voraus weis, wie viel er kan, ſondern es durch bloſſe Verſuche ausfindig zu machen denkt, ſind dieſe ſceptiſche Angriffe nicht allein gefaͤhrlich, ſondern ihm ſo gar verderblich. Denn, wenn er auf einer einzigen Behauptung betroffen wird, die er nicht rechtferti