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Methodenlehre I. Hauptſt. II. Abſch.

Von der Unmoͤglichkeit einer ſceptiſchen Befriedigung der mit ſich ſelbſt veruneinigten reinen Vernunft.

Das Bewußtſeyn meiner Unwiſſenheit, (wenn dieſe nicht zugleich als nothwendig erkant wird) ſtatt, daß ſie meine Unterſuchungen endigen ſolte, iſt vielmehr die eigentliche Urſache, ſie zu erwecken. Alle Unwiſſenheit iſt entweder die der Sachen, oder der Beſtimmung und Graͤnzen meiner Erkentniß. Wenn die Unwiſſenheit nun zufaͤllig iſt, ſo muß ſie mich antreiben, im erſteren Falle den Sachen (Gegenſtaͤnden) dogmatiſch, im zweiten den Graͤnzen meiner moͤglichen Erkentniß critiſch nachzuforſchen. Daß aber meine Unwiſſenheit ſchlechthin nothwendig ſey, und mich daher von aller weiteren Nachforſchung freiſpreche, laͤßt ſich nicht empiriſch, aus Beobachtung, ſondern allein critiſch, durch Ergruͤndung der erſten Quellen unſerer Erkentniß ausmachen. Alſo kan die Graͤnzbeſtimmung unſerer Vernunft nur nach Gruͤnden a priori geſchehen, die Einſchraͤnkung derſelben aber, welche eine, obgleich nur unbeſtimte Erkentniß einer nie voͤllig zu hebenden Unwiſſenheit iſt, kan auch a poſteriori, durch das, was uns bey allem Wiſſen immer noch zu wiſſen uͤbrig bleibt, erkant werden. Jene, durch Critik der Vernunft ſelbſt allein moͤgliche Erkentniß ſeiner Unwiſſenheit iſt alſo Wiſſenſchaft, dieſe iſt nichts als Wahrnehmung, von der

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