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Die Diſciplin der reinen Vernunft im dogm. ꝛc. gen kan ein ſynthetiſcher Grundſatz blos aus Begriffen niemals unmittelbar gewiß ſeyn, z. B. der Satz: alles was geſchieht hat ſeine Urſache, da ich mich nach einem dritten herumſehen muß, nemlich der Bedingung der Zeitbeſtimmung in einer Erfahrung und nicht direct unmittelbar aus den Begriffen allein einen ſolchen Grundſatz erkennen konte. Discurſive Grundſaͤtze ſind alſo ganz etwas anderes, als intuitive, d. i. Axiomen. Jene erfodern iederzeit noch eine Deduction, deren die leztere ganz und gar entbehren koͤnnen und, da dieſe eben um deſſelben Grundes wegen evident ſind, welches die philoſophiſche Grundſaͤtze, bey aller ihrer Gewißheit, doch niemals vorgeben koͤnnen, ſo fehlt unendlich viel daran: daß irgend ein ſynthetiſcher Satz der reinen und transſcendentalen Vernunft ſo augenſcheinlich ſey (wie man ſich trotzig auszudruͤcken pflegt), als der Satz: daß zweymal zwey vier geben. Ich habe zwar in der Analytik, bey der Tafel der Grundſaͤtze des reinen Verſtandes, auch gewiſſer Axiomen der Anſchauung gedacht, allein der daſelbſt angefuͤhrte Grundſatz war ſelbſt kein Axiom, ſondern diente nur dazu, das Principium der Moͤglichkeit der Axiomen uͤberhaupt anzugeben, und ſelbſt nur ein Grundſatz aus Begriffen. Denn ſo gar die Moͤglichkeit der Mathematik muß in der Transſcendentalphiloſophie gezeigt werden. Die Philoſophie hat alſo keine Axiomen und darf niemals ihre Grundſaͤtze a priori ſo ſchlechthin gebieten, ſondern muß