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Die Diſciplin der reinen Vernunft im dogm. ꝛc. Gebrauche ſich eben ſo gluͤcklich und gruͤndlich erweitern zu koͤnnen, als es ihr im mathematiſchen gelungen iſt, wenn ſie vornemlich dieſelbe Methode dort anwendet, die hier von ſo augenſcheinlichem Nutzen geweſen iſt. Es liegt uns alſo viel daran, zu wiſſen: ob die Methode, zur apodictiſchen Gewißheit zu gelangen, die man in der lezteren Wiſſenſchaft mathematiſch nent, mit derienigen einerley ſey, womit man eben dieſelbe Gewißheit in der Philoſophie ſucht, und die daſelbſt dogmatiſch genant werden muͤßte.

Die philoſophiſche Erkentniß iſt die Vernunfterkentniß aus Begriffen, die mathematiſche aus der Conſtruction der Begriffe. Einen Begriff aber conſtruiren heißt: die ihm correſpondirende Anſchauung a priori darſtellen. Zur Conſtruction eines Begriffs wird alſo eine nicht empiriſche Anſchauung erfordert, die folglich, als Anſchauung, ein einzelnes Obiect iſt, aber nichts deſtoweniger als die Conſtruction eines Begriffs (einer allgemeinen Vorſtellung), Allgemeinguͤltigkeit vor alle moͤgliche Anſchauungen, die unter denſelben Begriff gehoͤren, in der Vorſtellung ausdruͤcken muß. So conſtruire ich einen Triangel, indem ich den, dieſem Begriffe entſprechenden Gegenſtand, entweder durch bloſſe Einbildung, in der reinen, oder nach derſelben auch auf dem Papier, in der empiriſchen Anſchauung, beide male aber voͤllig a priori, ohne das Muſter dazu aus irgend einer Erfahrung geborgt zu haben, darſtelle. Die einzelne hingezeichnete Figur iſt

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