Methodenlehre I.
Hauptſt. I. Abſch.
tiſche, aber empiriſche Saͤtze an die Hand geben werden. Den
mathematiſchen Begriff eines Triangels wuͤrde ich conſtruiren, d. i. a priori in der Anſchauung
geben und auf dieſem Wege eine ſynthetiſche, aber rationale
Erkentniß bekommen. Aber, wenn mir der transſcendentale Begriff einer Realitaͤt, Subſtanz, Kraft ꝛc. gegeben iſt,
ſo bezeichnet er weder eine empiriſche, noch reine Anſchauung,
ſondern lediglich die Syntheſis der empiriſchen Anſchauungen (die alſo a priori nicht gegeben werden
koͤnnen), und es kan alſo aus ihm, weil die Syntheſis nicht a priori
zu der Anſchauung, die ihm correſpondirt, hinausgehen kan,
auch kein beſtimmender ſynthetiſcher Satz, ſondern nur ein
Grundſatz der Syntheſis*) moͤglicher
empiriſcher Anſchauungen entſpringen. Alſo iſt ein
transſcendentaler Satz ein ſynthetiſches Vernunfterkentniß nach
bloſſen Begriffen und mithin discurſiv, indem dadurch
alle ſynthetiſche Einheit der empiriſchen Erkentniß
allererſt moͤglich, keine Anſchauung aber dadurch a priori gegeben wird.
So