Generating file ...

Methodenlehre I. Hauptſt. I. Abſch. ſolchen, die ſie a priori darſtellet, d. i. conſtruiret hat, und in welcher dasienige, was aus den allgemeinen Bedingungen der Conſtruction folgt, auch von dem Obiecte des conſtruirten Begriffs allgemein gelten muß.

Man gebe einem Philoſophen den Begriff eines Triangels und laſſe ihn nach ſeiner Art ausfuͤndig machen, wie ſich wol die Summe ſeiner Winkel zum rechten verhalten moͤge. Er hat nun nichts als den Begriff von einer Figur, die in drey geraden Linien eingeſchloſſen iſt, und an ihr den Begriff von eben ſo viel Winkeln. Nun mag er dieſem Begriffe nachdenken, ſo lange er will, er wird nichts Neues heraus bringen. Er kan den Begriff der geraden Linie, oder eines Winkels, oder der Zahl drey zergliedern und deutlich machen, aber nicht auf andere Eigenſchaften kommen, die in dieſen Begriffen gar nicht liegen. Allein der Geometer nehme dieſe Frage vor. Er faͤngt ſofort davon an, einen Triangel zu conſtruiren. Weil er weis, daß zwey rechte Winkel zuſammen gerade ſo viel austragen, als alle beruͤhrende Winkel, die aus einem Puncte auf einer graden Linie gezogen werden koͤnnen, zuſammen, ſo verlaͤngert er eine Seite ſeines Triangels und bekomt zwey beruͤhrende Winkel, die zweien rechten zuſammen gleich ſeyn. Nun theilet er den aͤuſſeren von dieſen Winkeln, indem er eine Linie mit der gegenuͤberſtehenden Seite des Triangels parallel zieht, und ſieht, daß hier ein aͤuſſerer beruͤhrender Winkel entſpringe, der einem inneren gleich iſt, u. ſ. w. Er gelangt auf ſolche Weiſe durch eine

Kette