Aus allem dieſem folgt nun: daß es ſich vor die Natur der Philoſophie gar nicht ſchicke, vornemlich im Felde der reinen Vernunft, mit einem dogmatiſchen Gange zu ſtrotzen und ſich mit den Titeln und Baͤndern der Mathematik auszuſchmuͤcken, in deren Orden ſie doch nicht gehoͤret, ob ſie zwar auf ſchweſterliche Vereinigung mit derſelben zu hoffen alle Urſache hat. Jene ſind eitele Anmaſſungen, die niemals gelingen koͤnnen, vielmehr ihre Abſicht ruͤckgaͤngig machen muͤſſen, die Blendwerke einer ihre Graͤnzen verkennenden Vernunft zu entdecken und, vermittelſt hinreichender Aufklaͤrung unſerer Begriffe, den Eigenduͤnkel der Speculation auf das beſcheidene, aber gruͤndliche Selbſterkentniß zuruͤckzufuͤhren. Die Vernunft wird alſo in ihren transſcendentalen Verſuchen nicht ſo zuverſichtlich vor ſich hinſehen koͤnnen, gleich als wenn der Weg, den ſie zuruͤckgelegt hat, ſo ganz gerade zum Ziele fuͤhre und auf ihre zum Grunde gelegte Praͤmiſſen nicht ſo muthig rechnen koͤnnen, daß es nicht noͤthig waͤre, oͤfters zuruͤck zu ſehen und Acht zu haben, ob ſich nicht etwa im Fortgange der Schluͤſſe Fehler entdecken, die in den Principien