Daß das Temperament, imgleichen daß Talente, die ſich gern eine freie und uneingeſchraͤnkte Bewegung erlauben, (als Einbildungskraft und Witz), in mancher Abſicht einer Diſciplin beduͤrfen, wird iederman leicht zugeben. Daß aber die Vernunft, der es eigentlich obliegt, allen anderen Beſtrebungen ihre Diſciplin vorzuſchreiben, ſelbſt noch eine ſolche noͤthig habe, das mag allerdings befremdlich ſcheinen, und in der That iſt ſie auch einer ſolchen Demuͤthigung eben darum bisher entgangen, weil, bey der Feierlichkeit und dem gruͤndlichen Anſtande, womit ſie auftritt, niemand auf den Verdacht eines leichtſinnigen Spiels, mit Einbildungen ſtatt Begriffen, und Worten ſtatt Sachen, leichtlich gerathen konte.
Es bedarf keiner Critik der Vernunft im empiriſchen Gebrauche, weil ihre Grundſaͤtze am Probierſtein der Er
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- Ich weiß wol: daß man in der Schulſprache den Nahmen der Diſciplin mit dem der Unterweiſung gleichgeltend zu brauchen pflegt. Allein, es giebt dagegen ſo viele andere Faͤlle, da der erſtere Ausdruck, als Zucht, von dem zweiten, als Belehrung, ſorgfaͤltig unterſchieden wird, und die Natur der Dinge erheiſcht es auch ſelbſt, vor dieſen Unterſchied die einzige ſchickliche Ausdruͤcke aufzubewahren, daß ich wuͤnſche, man moͤge niemals erlauben, ienes Wort in anderer als negativer Bedeutung zu brauchen.↩