1) Als allgemeine Logik abſtrahirt ſie von allem Inhalt der Verſtandeserkentniß, und der Verſchiedenheit ihrer Gegenſtaͤnde, und hat mit nichts, als der bloſſen Form des Denkens zu thun.
2) Als reine Logik hat ſie keine empiriſche Principien, mithin ſchoͤpft ſie nichts, (wie man ſich bisweilen uͤberredet hat) aus der Pſychologie, die alſo auf den Canon des Verſtandes gar keinen Einfluß hat. Sie iſt eine demonſtrirte Doctrin, und alles muß in ihr voͤllig a priori gewiß ſeyn.
Was ich die angewandte Logik nenne, (wider die gemeine Bedeutung dieſes Worts, nach der ſie gewiſſe Exercitien, dazu die reine Logik die Regel giebt, enthalten ſoll) ſo iſt ſie eine Vorſtellung des Verſtandes und der Regeln ſeines nothwendigen Gebrauchs in concreto, nemlich unter den zufaͤlligen Bedingungen des Subiects, die dieſen Gebrauch hindern oder befoͤrdern koͤnnen, und die insgeſamt nur empiriſch gegeben werden. Sie handelt von der Aufmerkſamkeit, deren Hinderniß und Folgen, dem Urſprunge des Irrthums, dem Zuſtande des Zweifels, des Scrupels, der Ueberzeugung u. ſ. w. und zu ihr verhaͤlt ſich die allgemeine und reine Logik, wie die reine Moral, wel