So verſchieden auch die Bedeutung iſt, in der die Alten dieſer Benennung einer Wiſſenſchaft oder Kunſt ſich bedienten, ſo kan man doch aus dem wirklichen Gebrauche derſelben ſicher abnehmen, daß ſie bey ihnen nichts anders war, als die Logik des Scheins. Eine ſophiſtiſche Kunſt, ſeiner Unwiſſenheit, ia auch ſeinen vorſetzlichen Blendwerken den Anſtrich der Wahrheit zu geben, daß man die Methode der Gruͤndlichkeit, welche die Logik uͤberhaupt verſchreibt, nachahmete, und ihre Topik zu Beſchoͤnigung iedes leeren Vorgebens benutzte. Nun kan man es als eine ſichere und brauchbare Warnung anmerken: daß die allgemeine Logik, als Organon betrachtet, iederzeit eine Logik des Scheins, d. i. dialectiſch ſey. Denn da ſie uns gar nichts uͤber den Inhalt der Erkentniß lehret, ſondern nur blos die formale Bedingungen der Uebereinſtimmung mit dem Verſtande, welche uͤbrigens in Anſehung der Gegenſtaͤnde gaͤnzlich gleichguͤltig ſeyn; ſo muß die Zumuthung, ſich derſelben als eines Werkzeugs (Organon) zu gebrauchen, um ſeine Kentniſſe, wenigſtens dem Vorgeben nach, auszubreiten und zu erweitern, auf nichts als Geſchwaͤtzigkeit hinauslaufen, alles, was man will, mit