Elementarl. II. Th. II. Abth. Die
transſc. Dyal.
menſtimt, iſt kein Irrthum. In einer Vorſtellung der
Sinne iſt (weil ſie gar kein Urtheil enthaͤlt) auch kein Irrthum. Keine Kraft der Natur kan aber von ſelbſt
von ihren eigenen Geſetzen abweichen. Daher wuͤrden weder
der Verſtand, vor ſich allein (ohne Einfluß einer andern
Urſache) noch die Sinne, vor ſich, irren; der erſtere darum
nicht, weil, wenn er blos nach ſeinen Geſetzen handelt, die Wirkung (das Urtheil) mit dieſen Geſetzen nothwendig uͤbereinſtimmen muß. In derber Uebereinſtimmung mit den Geſetzen des Verſtandes
beſteht aber das formale aller Wahrheit. In den Sinnen iſt gar
kein Urtheil, weder ein wahres noch falſches. Weil
wir nun auſſer dieſen beiden Erkentnißquellen keine andere
haben, ſo folgt: daß der Irrthum nur durch den unbemerkten
Einfluß der Sinnlichkeit auf den Verſtand,
bewirkt werde, wodurch es geſchieht: daß ſubiective Gruͤnde des
Urtheils mit den obiectiven zuſammenflieſſen, und dieſe von
ihrer Beſtimmung abweichend machen,*) ſo wie ein
bewegter Coͤrper zwar vor ſich iederzeit die gerade Linie in
derſelben Richtung halten wuͤrde, die aber, wenn eine andere
Kraft nach einer anderen Richtung zugleich auf ihn einfließt,
in krumlinigte Bewegung ausſchlaͤgt. Um die eigenthuͤm