Elementarl. II. Th. II. Abth. II. Buch.
III. Hauptſt.
angetroffen werde, wodurch wir, in einem
ſolchen Falle, nur eine Einheit mehr
vermiſſen, aber nicht die Vernunfteinheit in ihrem empiriſchen Gebrauche
verderben. Aber ſo gar dieſer Querſtrich kan
das Geſetz ſelbſt in allgemeiner
und teleologiſcher Abſicht uͤberhaupt nicht
treffen. Denn, ob zwar ein Zergliederer eines
Irrthumes uͤberfuͤhrt werden kan, wenn er
irgend ein Gliedmaas eines thieriſchen Coͤrpers auf einen Zweck bezieht, von
welchem man deutlich zeigen kan, daß er
daraus nicht erfolge: ſo iſt es doch
gaͤnzlich unmoͤglich, in einem Falle zu beweiſen,
daß eine Natureinrichtung, es mag ſeyn welche
da wolle, ganz und gar keinen Zweck habe.
Daher erweitert auch die Phyſiologie (der
Aerzte) ihre ſehr eingeſchraͤnkte empiriſche Kentniß von den Zwecken des
Gliederbaues eines organiſchen
Coͤrpers durch einen Grundſatz, welchen blos
reine Vernunft eingab, ſo weit, daß man darin
ganz dreuſt und zugleich mit aller
Verſtaͤndigen Einſtimmung annimt, es habe
alles an dem Thiere ſeinen Nutzen und gute
Abſicht, welche Vorausſetzung, wenn ſie
conſtitutiv ſeyn ſolte, viel weiter geht, als
uns bisherige Beobachtung
berechtigen kan, woraus denn zu erſehen iſt: daß
ſie nichts als ein regulatives Princip der
Vernunft ſey, um zur hoͤchſten ſyſtematiſchen
Einheit, vermittelſt der Idee der
zweckmaͤſſigen Cauſſalitaͤt der oberſten
Welturſache und, als ob dieſe, als hoͤchſte
Intelligenz nach der weiſeſten Abſicht die Urſache von allem ſey, zu
gelangen.
Gehen