VII. Abſch. Critik aller
ſpeculativen Theologie.
reine Vernunft nichts uͤbrig, als Natur
uͤberhaupt, und die Vollſtaͤndigkeit der
Bedingungen in derſelben nach irgend einem Princip. Die abſolute Totalitaͤt der
Reihen dieſer Bedingungen, in der Ableitung
ihrer Glieder, iſt eine Idee, die zwar im
empiriſchen Gebrauche der Vernunft
niemals voͤllig zu Stande kommen kan, aber
doch zur Regel dient, wie wir in Anſehung
derſelben verfahren ſollen,
nemlich in der Erklaͤrung gegebener Erſcheinungen (im Zuruͤckgehen oder Aufſteigen)
ſo, als ob die Reihe an ſich
unendlich waͤre, d. i. in
indefinitum, aber wo die Vernunft ſelbſt
als beſtimmende Urſache betrachtet wird (in
der Freiheit), alſo bey practiſchen
Principien, als ob wir nicht ein Obiect der
Sinne, ſondern des reinen
Verſtandes vor uns haͤtten, wo die Bedingungen
nicht mehr in der Reihe der Erſcheinungen,
ſondern auſſer derſelben geſezt
werden koͤnnen und die Reihe der Zuſtaͤnde
angeſehen werden kan, als ob ſie ſchlechthin
(durch eine intelligibele Urſache) angefangen
wuͤrde, welches alles beweiſet: daß die
cosmologiſche Ideen nichts als regulative Principien und weit davon
entfernt ſind, gleichſam conſtitutiv, eine
wirkliche Totalitaͤt ſolcher Reihen zu
ſetzen. Das uͤbrige kan man an ſeinem Orte
unter der Antinomie der reinen Vernunft
ſuchen.
Die dritte Idee der reinen Vernunft, welche
eine blos relative Suppoſition eines Weſens
enthaͤlt, als der einigen und allgnugſamen
Urſache aller cosmologiſchen Reihen, iſt der
Vernunftbegriff von Gott.
Den Gegenſtand
die