VII. Abſch. Critik aller
ſpeculativen Theologie.
ſo betrachtet werden, als ob ſie von einer
hoͤchſten Intelligenz ihr Daſeyn
haͤtten. Auf ſolche Weiſe iſt die Idee eigentlich nur ein hevriſtiſcher und
nicht oſtenſiver Begriff und zeigt an, nicht
wie ein Gegenſtand beſchaffen iſt, ſondern wie wir, unter der Leitung
deſſelben, die Beſchaffenheit und
Verknuͤpfung der Gegenſtaͤnde der Erfahrung
uͤberhaupt ſuchen ſollen.
Wenn man nun zeigen kan, daß obgleich die dreierley transſcendentale Ideen (die
pſychologiſche, cosmologiſche, und theologiſche) direct auf
keinen ihnen correſpondirenden Gegenſtand und
deſſen Beſtimmung bezogen werden, dennoch alle Regeln
des empiriſchen Gebrauchs der
Vernunft unter Vorausſetzung eines ſolchen
Gegenſtandes in der Idee
auf ſyſtematiſche Einheit fuͤhren
und die Erfahrungserkentniß iederzeit
erweitern, niemals aber derſelben zuwider
ſeyn koͤnnen: ſo iſt es eine nothwendige Maxime der Vernunft, nach
dergleichen Ideen zu verfahren. Und dieſes
iſt die transſcendentale Deduction aller
Ideen der ſpeculativen Vernunft, nicht als
conſtitutiver Principien
der Erweiterung unſerer Erkentniß
uͤber mehr Gegenſtaͤnde, als Erfahrung geben
kan, ſondern als regulativer Principien der
ſyſtematiſchen Einheit des Mannigfaltigen der
empiriſchen Erkentniß uͤberhaupt,
welche dadurch in ihren eigenen Graͤnzen mehr
angebauet und berichtigt wird, als
es ohne ſolche Ideen durch den bloſſen
Gebrauch der Verſtandesgrundſaͤtze geſchehen koͤnte.
Ich