VII. Abſch. Critik aller
ſpeculativen Theologie.
Idee und nicht in der Realitaͤt, nemlich
nur, ſo fern er ein uns unbekantes Subſtratum
der ſyſtematiſchen Einheit, Ordnung und
Zweckmaͤſſigkeit der Welteinrichtung iſt, welche ſich die Vernunft zum regulativen
Princip ihrer Naturforſchung
machen muß. Noch mehr, wir koͤnnen in dieſer
Idee gewiſſe Anthropomorphismen, die dem gedachten
regulativen Princip befoͤrderlich
ſeyn, ungeſcheut und ungetadelt
erlauben. Denn es iſt immer nur eine Idee, die
gar nicht direct auf ein von der Welt
unterſchiedenes Weſen, ſondern auf das
regulative Princip der ſyſtematiſchen Einheit der Welt, aber nur vermittelſt
eines Schema derſelben, nemlich
einer oberſten Intelligenz, die nach weiſen
Abſichten Urheber derſelben ſey, bezogen wird. Was
dieſer Urgrund der Welteinheit an
ſich ſelbſt ſey, hat dadurch nicht gedacht
werden ſollen, ſondern wie wir ihn, oder
vielmehr ſeine Idee, relativ auf den
ſyſtematiſchen Gebrauch der Vernunft in
Anſehung der Dinge der Welt, brauchen ſollen.
Auf ſolche Weiſe aber koͤnnen wir doch (wird
man fortfahren zu fragen) einen einigen
weiſen und allgewaltigen
Welturheber annehmen? Ohne allen Zweifel; und
nicht allein dies, ſondern wir muͤſſen einen
ſolchen vorausſetzen. Aber alsdenn
erweitern wir doch unſere Erkentniß uͤber das Feld moͤglicher Erfahrung?
Keinesweges. Denn wir haben nur
ein Etwas vorausgeſezt, wo