VII. Abſch. Critik aller
ſpeculativen Theologie.
theologie) in die Augen. Denn da dienen alle
ſich in der Natur zeigende, oft nur von uns
ſelbſt dazu gemachte Zwecke dazu, es uns in
der Erforſchung der Urſachen recht bequem zu
machen, nemlich, anſtatt ſie in den
allgemeinen Geſetzen des Mechanismus der
Materie zu ſuchen, ſich geradezu
auf den unerforſchlichen Rathſchluß der
hoͤchſten Weisheit zu berufen, und die
Vernunftbemuͤhung alsdenn vor vollendet
anzuſehen, wenn man ſich ihres Gebrauchs
uͤberhebt, der doch nirgend einen Leitfaden
findet, als wo ihn uns die Ordnung der Natur
und die Reihe der Veraͤnderungen,
nach ihren inneren und allgemeinern Geſetzen, an die Hand giebt. Dieſer Fehler
kan vermieden werden, wenn wir nicht blos
einige Naturſtuͤcke, als z. B. die
Vertheilung des feſten Landes, das Bauwerk
deſſelben und die Beſchaffenheit und Lage der
Gebirge, oder wol gar nur die Organiſation im
Gewaͤchs- und Thierreiche aus dem
Geſichtspuncte der Zwecke betrachten, ſondern
dieſe ſyſtematiſche Einheit der Natur, in
Beziehung auf die Idee einer hoͤchſten
Intelligenz, ganz
allgemein machen. Denn
alsdenn legen wir eine Zweckmaͤſſigkeit nach
allgemeinen Geſetzen der Natur zum Grunde, von
denen keine beſondere Einrichtung
ausgenommen, ſondern nur mehr oder weniger
kentlich vor uns ausgezeichnet worden, und
haben ein regulatives Princip der ſyſtematiſchen
Einheit einer teleologiſchen
Verknuͤpfung, die wir aber nicht zum voraus
beſtimmen, ſondern nur in Erwartung derſel