VII. Abſch. Critik aller
ſpeculativen Theologie.
dem menſchlichen Gemuͤthe die Empfindung,
Bewuſtſeyn, Einbildung, Erinnerung, Witz,
Unterſcheidungskraft, Luſt, Begierde u. ſ. w.
Anfaͤnglich gebietet eine logiſche Maxime
dieſe anſcheinende Verſchiedenheit ſo viel als
moͤglich dadurch zu verringeren,
daß man durch Vergleichung die verſteckte
Identitaͤt entdecke und nachſehe, ob nicht
Einbildung, mit Bewuſtſeyn verbunden,
Erinnerung, Witz, Unterſcheidungskraft,
vielleicht gar Verſtand und Vernunft ſey. Die
Idee einer Grundkraft,
von welcher aber die Logik gar
nicht ausmittelt, ob es dergleichen gebe, iſt
wenigſtens das Problem einer ſyſtematiſchen Vorſtellung der Mannigfaltigkeit von
Kraͤften. Das logiſche Vernunftprincip
erfodert dieſe Einheit, ſo weit als moͤglich zu Stande zu bringen und, ie mehr
die Erſcheinungen der einen und anderen Kraft
unter ſich identiſch gefunden werden, deſto
wahrſcheinlicher wird es, daß ſie nichts, als
verſchiedene Aeuſſerungen einer und derſelben
Kraft ſeyn, welche (comparativ) ihre Grundkraft heiſſen kan.
Eben ſo verfaͤhrt man mit den uͤbrigen.
Die comparativen Grundkraͤfte muͤſſen
wiederum unter einander verglichen werden, um
ſie dadurch, daß man ihre Einhelligkeit
entdeckt, einer einzigen raticalen, d. i.
abſoluten Grundkraft nahe zu bringen. Dieſe Vernunfteinheit aber iſt blos
hypothetiſch. Man behauptet nicht, daß eine
ſolche in der That angetroffen werden muͤſſe,
ſondern, daß man ſie zu Gunſten der Vernunft,
nemlich zu Errichtung gewiſſer Principien,
vor die mancherley Regeln,