Man ſiehet aber hieraus nur: daß die ſyſtematiſche oder Vernunfteinheit der mannigfaltigen Verſtandeserkentniß ein logiſches Princip ſey, um, da wo der Verſtand allein nicht zu Regeln hinlangt, ihm durch Ideen fortzuhelfen und zugleich der Verſchiedenheit ſeiner Regeln Einhelligkeit unter einem Princip (ſyſtematiſche) und dadurch Zuſammenhang zu verſchaffen, ſo weit als es ſich thun laͤßt. Ob aber die Beſchaffenheit der Gegenſtaͤnde, oder die Natur des Verſtandes, der ſie als ſolche erkent, an ſich zur ſyſtematiſchen Einheit beſtimt ſey und ob man dieſe a priori, auch ohne Ruͤckſicht auf ein ſolches Intereſſe der Vernunft in gewiſſer Maaſſe poſtuliren und alſo ſagen koͤnne: alle moͤgliche Verſtandeserkentniſſe (darunter die empiriſche) haben Vernunfteinheit und ſtehen unter gemeinſchaftlichen Principien, woraus ſie, unerachtet ihrer Verſchiedenheit, abgeleitet werden koͤnnen, das wuͤrde ein transſcendentaler Grundſatz der Vernunft ſeyn, welcher die ſyſtematiſche Einheit nicht blos ſubiectiv- und logiſch als Methode, ſondern obiectivnothwendig machen wuͤrde.
Wir wollen dieſes durch einen Fall des Vernunftgebrauchs erlaͤutern. Unter die verſchiedene Arten von Einheit nach Begriffen des Verſtandes gehoͤret auch die der Cauſſalitaͤt einer Subſtanz, welche Kraft genant wird. Die verſchiedene Erſcheinungen eben derſelben Subſtanz zeigen beym erſten Anblicke ſo viel Ungleichartigkeit, daß man daher anfaͤnglich beynahe ſo vielerley Kraͤfte derſelben annehmen muß, als Wirkungen ſich hervorthun, wie in