Ich nenne alle ſubiective Grundſaͤtze, die nicht von der Beſchaffenheit des Obiects, ſondern dem Intereſſe der Vernunft, in Anſehung einer gewiſſen moͤglichen Vollkommenheit der Erkentniß dieſes Obiects, hergenommen ſind, Maximen der Vernunft. So giebt es Maximen der ſpeculativen Vernunft, die lediglich auf dem ſpeculativen Intereſſe derſelben beruhen, ob es zwar ſcheinen mag, ſie waͤren obiective Principien.
Wenn blos regulative Grundſaͤtze als conſtitutiv betrachtet werden, ſo koͤnnen ſie als obiective Principien widerſtreitend ſeyn; betrachtet man ſie aber blos als Maximen ſo iſt kein wahrer Widerſtreit, ſondern blos ein verſchiedenes Intereſſe der Vernunft, welches die Trennung der Denkungsart verurſacht. In der That hat die Vernunft nur ein einiges Intereſſe und der Streit ihrer Maximen iſt nur eine Verſchiedenheit und wechſelſeitige Einſchraͤnkung der Methoden, dieſem Intereſſe ein Gnuͤge zu thun.
Auf ſolche Weiſe vermag bey dieſem Vernuͤnftler mehr das Intereſſe der Mannigfaltigkeit (nach dem Princip der Specification), bey ienem aber das Intereſſe der Einheit (nach dem Princip der Aggregation). Ein ieder