III. Abſch. Von den
Beweiſen des Daſeyns ꝛc.
Unzulaͤnglichkeit, noch nicht ſo fort genommen
werden kan. Denn ſetzet: es gebe
Verbindlichkeiten, die in der Idee der Vernunft
ganz richtig, aber ohne alle Realitaͤt der
Anwendung auf uns ſelbſt, d. i. ohne Triebfedern
ſeyn wuͤrden, wo nicht ein hoͤchſtes Weſen
vorausgeſezt wuͤrde, das den practiſchen
Geſetzen Wirkung und Nachdruck geben
koͤnte: ſo wuͤrden wir auch eine Verbindlichkeit
haben, den Begriffen zu folgen, die, wenn ſie
gleich nicht obiectiv zulaͤnglich ſeyn
moͤchten, doch nach dem Maaſſe unſerer Vernunft
uͤberwiegend ſind und in Vergleichung mit denen
wir doch nichts Beſſeres und Ueberfuͤhrenderes
erkennen. Die Pflicht zu waͤhlen wuͤrde hier
die Unſchließigkeit der Speculation durch einen
practiſchen Zuſatz aus dem Gleichgewichte bringen, ia die Vernunft wuͤrde bey ihr
ſelbſt, als dem nachſehendeſten Richter, keine
Rechtfertigung finden, wenn ſie
unter dringenden Bewegurſachen, obzwar nur
mangelhafter Einſicht, dieſen Gruͤnden ihres
Urtheils, uͤber die wir doch wenigſtens keine
beſſere kennen, nicht gefolgt waͤre.
Dieſes Argument, ob es gleich in der That
transſcendental iſt, indem es auf
der inneren Unzulaͤnglichkeit des Zufaͤlligen beruht, iſt doch ſo einfaͤltig und
natuͤrlich, daß es dem gemeineſten
Menſchenſinne angemeſſen iſt, ſo bald dieſer
nur einmal darauf gefuͤhrt wird. Man ſieht
Dinge ſich veraͤndern, entſtehen und
vergehen; ſie muͤſſen alſo, oder wenigſtens ihr
Zuſtand, eine Urſache haben. Von ieder Urſache
aber, die iemals in der Erfahrung gegeben wer
den