Nun ſieht ſich die Vernunft nach dem Begriffe eines Weſens um, das ſich zu einem ſolchen Vorzuge der Exiſtenz, als die unbedingte Nothwendigkeit, ſchicke, nicht ſo wol, um alsdenn von dem Begriffe deſſelben a priori auf ſein Daſeyn zu ſchlieſſen (denn getrauete ſie ſich dieſes, ſo duͤrfte ſie uͤberhaupt nur unter bloſſen Begriffen forſchen und haͤtte nicht noͤthig, ein gegebenes Daſeyn zum Grunde zu legen), ſondern nur um unter allen Begriffen moͤglicher Dinge denienigen zu finden, der nichts der abſoluten Nothwendigkeit widerſtreitendes in ſich hat. Denn, daß doch irgend etwas ſchlechthin nothwendig exiſtiren muͤſſe, haͤlt ſie nach dem erſteren Schluſſe ſchon vor ausgemacht. Wenn ſie nun alles wegſchaffen kan, was ſich mit dieſer Nothwendigkeit nicht vertraͤgt, auſſer einem, ſo iſt dieſes das ſchlechthinnothwendige Weſen, man mag nun die Nothwendigkeit deſſelben begreiffen, d. i. aus ſeinem Begriffe allein ableiten koͤnnen, oder nicht.
Nun ſcheint dasienige, deſſen Begriff zu allem Warum das Darum in ſich enthaͤlt, das in keinem Stuͤcke und in keiner Abſicht defect iſt, welches allerwerts als Bedingung hinreicht, eben darum das zur abſoluten Nothwendigkeit ſchickliche Weſen zu ſeyn, weil es, bey dem Selbſtbeſitz aller Bedingungen zu allem Moͤglichen, ſelbſt keiner Bedingung bedarf, ia derſelben nicht einmal faͤhig iſt, folglich, wenigſtens in einem Stuͤcke, dem Begriffe der unbedingten Nothwendigkeit ein Guͤnge thut, darin es kein anderer Begriff ihm gleich