Nun kan ſich niemand eine Verneinung beſtimt denken, ohne daß er die entgegengeſezte Beiahung zum Grunde liegen habe. Der Blindgebohrne kan ſich nicht die mindeſte Vorſtellung von Finſterniß machen, weil er keine vom Lichte hat; der Wilde nicht von der Armuth, weil er den Wolſtand nicht kent*). Der Unwiſſende hat keinen Begriff von ſeiner Unwiſſenheit, weil er keinen von der Wiſſenſchaft hat, u. ſ. w. Es ſind alſo auch alle Begriffe der Negationen abgeleitet, und die Realitaͤten enthalten die Data und ſo zu ſagen die Materie, oder den transſcendentalen Inhalt, zu der Moͤglichkeit und durchgaͤngigen Beſtimmung aller Dinge.
Wenn alſo der durchgaͤngigen Beſtimmung in unſerer Vernunft ein transſcendentales Subſtratum zum Grunde gelegt wird, welches gleichſam den ganzen Vorrath des Stoffes, daher alle moͤgliche Praͤdicate der Dinge genommen werden koͤnnen, enthaͤlt, ſo iſt dieſes Subſtratum nichts anders, als die Idee von einem All der
- *)
- Die Beobachtungen
und
BerechnungenBerechnuugen der Sternkundiger haben uns viel bewundernswuͤrdiges gelehrt, aber das Wichtigſte iſt wol, daß ſie uns den Abgrund der Unwiſſenheit aufgedekt haben, den die menſchliche Vernunft, ohne dieſe Kentniſſe, ſich niemals ſo groß haͤtte vorſtellen koͤnnen, und woruͤber das Nachdenken eine groſſe Veraͤnderung in der Beſtimmung der Endabſichten unſeres Vernunftgebrauchs hervorbringen muß.↩