Elementarl. II. Th. II. Abth. II. Buch.
II. Hauptſt.
welche die Urſache von den Erſcheinungen
unſerer Sinnenwelt enthalten,
haben darthun wollen. Denn auſſer, daß dieſes
gar keine transſcendentale Betrachtung, die
blos mit Begriffen zu thun hat, geweſen ſeyn
wuͤrde: ſo koͤnte es auch nicht gelingen,
indem wir aus der Erfahrung niemals auf
etwas, was gar nicht nach Erfahrungsgeſetzen
gedacht werden muß, ſchlieſſen koͤnnen. Ferner
haben wir auch gar nicht einmal die Moͤglichkeit der
Freiheit beweiſen wollen; denn dieſes waͤre
auch nicht gelungen, weil wir uͤberhaupt von
keinem Realgrunde und keiner Cauſſalitaͤt,
aus bloſſen Begriffen a
priori, die Moͤglichkeit
erkennen koͤnnen. Die Freiheit wird hier nur
als transſcendentale Idee behandelt, wodurch
die Vernunft die Reihe der Bedingungen in der
Erſcheinung durch das Sinnlichunbedingte
ſchlechthin anzuheben denkt, dabey ſich aber
in eine Antinomie mit ihren eigenen Geſetzen,
welche ſie dem empiriſchen Gebrauche des
Verſtandes vorſchreibt, verwikelt. Daß nun
dieſe Antinomie auf einem bloſſen Scheine
beruhe und, daß Natur der Cauſſalitaͤt aus Freiheit wenigſtens nicht widerſtreite,
das war das einzige, was wir leiſten konten
und woran es uns auch einzig und allein
gelegen war.