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IX. Abſch. Vom empir. Gebrauche des regul. ꝛc. die Handlung dadurch beſtimt zu ſeyn glaubt: ſo tadelt man nichts deſtoweniger den Thaͤter und zwar nicht wegen ſeines ungluͤcklichen Naturels, nicht wegen der auf ihn einflieſſenden Umſtaͤnde, ia ſo gar nicht wegen ſeines vorhergefuͤhrten Lebenswandels, denn man ſezt voraus, man koͤnne es gaͤnzlich bey Seite ſetzen, wie dieſer beſchaffen geweſen, und die verfloſſene Reihe von Bedingungen als ungeſchehen, dieſe That aber als gaͤnzlich unbedingt in Anſehung des vorigen Zuſtandes anſehen, als ob der Thaͤter damit eine Reihe von Folgen ganz von ſelbſt anhebe. Dieſer Tadel gruͤndet ſich auf ein Geſetz der Vernunft, wobey man dieſe als eine Urſache anſieht, welche das Verhalten des Menſchen, unangeſehen aller genanten empiriſchen Bedingungen, anders habe beſtimmen koͤnnen und ſollen. Und zwar ſiehet man die Cauſſalitaͤt der Vernunft nicht etwa blos wie Concurrenz, ſondern an ſich ſelbſt als vollſtaͤndig an, wenn gleich die ſinnliche Triebfedern gar nicht davor, ſondern wol gar dawider waͤren; die Handlung wird ſeinem intelligibelen Character beygemeſſen, er hat iezt, in dem Augenblicke, da er luͤgt, gaͤnzlich Schuld; mithin war die Vernunft, unerachtet aller empiriſchen Bedingungen der That, voͤllig frey und ihrer Unterlaſſung iſt dieſe gaͤnzlich beizumeſſen.

Man ſiehet dieſem zurechnenden Urtheile es leicht an: daß man dabey in Gedanken habe, die Vernunft werde durch alle iene Sinnlichkeit gar nicht afficirt, ſie veraͤndere ſich nicht (wenn gleich ihre Erſcheinungen, nem

lich