Ob es aber gleich hiebey lediglich nach einer Kette von Urſachen ausſieht, die im Regreſſus zu ihren Bedingungen gar keine abſolute Totalitaͤt verſtattet, ſo haͤlt uns dieſe Bedenklichkeit doch gar nicht auf; denn ſie iſt ſchon in der allgemeinen Beurtheilung der Antinomie der Vernunft, wenn ſie in der Reihe der Erſcheinungen aufs Unbedingte ausgeht, gehoben worden. Wenn wir der Taͤuſchung des transſcendentalen Realismus nachgeben wollen: ſo bleibt weder Natur, noch Freiheit uͤbrig. Hier iſt nur die Frage: ob, wenn man in der ganzen Reihe aller Begebenheiten lauter Naturnothwendigkeit anerkent, es doch moͤglich ſey, eben dieſelbe, die einer Seits bloſſe Naturwirkung iſt, doch anderer Seits als Wirkung aus Freiheit anzuſehen, oder ob zwiſchen dieſen zween Arten von Cauſſalitaͤt ein gerader Widerſpruch angetroffen werde.
Unter den Urſachen in der Erſcheinung kan ſicherlich nichts ſeyn, welches eine Reihe ſchlechthin und von ſelbſt anfangen koͤnte. Jede Handlung, als Erſcheinung, ſo fern ſie eine Begebenheit hervorbringt, iſt ſelbſt Begebenheit, oder Eraͤugniß, welche einen andern Zuſtand vorausſezt, darin die Urſache angetroffen werde und ſo iſt alles, was geſchieht, nur eine Fortſetzung der Reihe und kein Anfang, der ſich von ſelbſt zutruͤge, in derſelben moͤglich.