Elementarl. II. Th. II. Abth. II. Buch.
II. Hauptſt.
namiſche Verhaͤltniß der Bedingung zum
Bedingten ankomt, ſo, daß wir in der Frage
uͤber Natur und Freiheit ſchon die
Schwierigkeit antreffen, ob Freiheit uͤberall nur
moͤglich ſey und ob, wenn ſie es iſt, ſie mit
der Allgemeinheit des Naturgeſetzes der
Cauſſalitaͤt zuſammen beſtehen koͤnne, mithin
ob es ein richtigdisiunctiver Satz ſey: daß
eine iede Wirkung in der Welt entweder aus
Natur, oder aus Freiheit entſpringen muͤſſe,
oder ob nicht vielmehr beides in
verſchiedener Beziehung bey einer und derſelben
Begebenheit zugleich ſtatt finden
koͤnne. Die Richtigkeit ienes Grundſatzes,
von dem durchgaͤngigen Zuſammenhange aller
Begebenheiten der Sinnenwelt, nach unwandelbaren Naturgeſetzen, ſteht ſchon als ein
Grundſatz der transſcendentalen
Analytik feſt und leidet keinen Abbruch. Es
iſt alſo nur die Frage: ob dem ungeachtet in
Anſehung eben derſelben Wirkung, die nach der
Natur beſtimt iſt, auch Freiheit ſtatt finden
koͤnne, oder dieſe durch iene unverletzliche Regel voͤllig ausgeſchloſſen ſey.
Und hier zeigt die zwar gemeine, aber
betruͤgliche Vorausſetzung der abſoluten Realitaͤt der Erſcheinungen, ſo gleich
ihren nachtheiligen Einfluß, die
Vernunft zu verwirren. Denn ſind
Erſcheinungen Dinge an ſich ſelbſt: ſo iſt
Freiheit nicht zu retten. Alsdenn iſt Natur
die vollſtaͤndige und an ſich hinreichend
beſtimmende Urſache ieder Begebenheit und die
Bedingung derſelben iſt iederzeit nur in der
Reihe der Erſcheinungen enthalten, die ſamt
ihrer Wirkung, unter dem
Naturgeſetze nothwendig ſind. Wenn dagegen