Es geſchieht alſo hier, was uͤberhaupt in dem Widerſtreit einer ſich uͤber die Graͤnzen moͤglicher Erfahrung hinauswagenden Vernunft angetroffen wird, daß die Aufgebe eigentlich nicht phyſiologiſch, ſondern transſcendental iſt. Daher die Frage von der Moͤglichkeit der Freiheit die Pſychologie zwar anficht, aber, da ſie auf dialectiſchen Argumenten der blos reinen Vernunft beruht, ſamt ihrer Aufloͤſung lediglich die Transſcendentalphiloſophie beſchaͤftigen muß. Um nun dieſe, welche eine befriedigende Antwort hieruͤber nicht ablehnen kan, dazu in Stand zu ſetzen, muß ich zuvoͤrderſt ihr Verfahren bey dieſer Aufgabe durch eine Bemerkung naͤher zu beſtimmen ſuchen.
Wenn Erſcheinungen Dinge an ſich ſelbſt waͤren, mithin Raum und Zeit Formen des Daſeyns der Dinge an ſich ſelbſt: ſo wuͤrden die Bedingungen mit dem Bedingten iederzeit als Glieder zu einer und derſelben Reihe gehoͤren und daraus auch in gegenwaͤrtigem Falle die Antinomie entſpringen, die allen transſcendentalen Ideen gemein iſt: daß dieſe Reihe unvermeidlich vor den Verſtand zu groß, oder zu klein ausfallen muͤßte. Die dynamiſche Vernunftbegriffe aber, mit denen wir uns in dieſer und der folgenden Nummer beſchaͤftigen, haben dieſes beſondere: daß, da ſie es nicht mit einem Gegenſtande, als Groͤſſe betrachtet, ſondern nur mit ſeinem Daſeyn zu thun haben, man auch von der Groͤſſe der Reihe der Bedingungen abſtrahiren kan, und es bey ihnen blos auf das dy