IX. Abſch. Vom empir.
Gebrauche des regul. ꝛc.
ganze iederzeit nur im Begriffe, keinesweges
aber (als Ganzes) in der Anſchauung. Alſo kan
ich nicht von feiner Groͤſſe auf
die Groͤſſe des Regreſſus ſchlieſſen, und dieſe iener gemaͤß beſtimmen, ſondern ich
muß mir allererſt einen Begriff von der
Weltgroͤſſe durch die Groͤſſe des empiriſchen Regreſſus machen. Von dieſem aber weis
ich niemals etwas mehr, als daß ich von iedem
gegebenen Gliede der Reihe von Bedingungen
immer noch zu einem hoͤheren (entfernteren)
Gliede empiriſch fortgehen muͤſſe. Alſo iſt
dadurch die Groͤſſe des Ganzen der
Erſcheinungen gar nicht ſchlechthin beſtimt,
mithin kan man auch nicht ſagen: daß dieſer
Regreſſus ins Unendliche gehe, weil dieſes
die Glieder, dahin der Regreſſus noch nicht
gelanget iſt, anticipiren und ihre
Menge ſo groß vorſtellen wuͤrde,
daß keine empiriſche Syntheſis dazu gelangen
kan, folglich die Weltgroͤſſe vor dem
Regreſſus (wenn gleich nur negativ) beſtimmen
wuͤrde, welches unmoͤglich iſt. Denn dieſe
iſt mir durch keine Anſchauung, (ihrer Totalitaͤt nach) mithin auch ihre Groͤſſe
vor dem Regreſſus gar nicht gegeben. Demnach
koͤnnen wir von der Weltgroͤſſe an ſich gar
nichts ſagen, auch nicht einmal, daß in ihr
ein regreſſus in
infinitum ſtatt finde, ſondern muͤſſen
nur nach der Regel, die den empiriſchen
Regreſſus in ihr beſtimt, den
Begriff von ihrer Groͤſſe ſuchen. Dieſe Regel
aber ſagt nichts mehr, als daß, ſo weit wir auch
in der Reihe der empiriſchen Bedingungen
gekommen ſeyn moͤgen, wir nirgend
eine abſolute Graͤnze annehmen ſollen,