Der Antinomie der reinen Vernunft Achter Abſchnitt. Regulatives Princip der reinen Vernunft in Anſehung der cosmologiſchen Ideen.
Da durch den cosmologiſchen Grundſatz der Totalitaͤt kein Maximum der Reihe von Bedingungen in einer Sinnenwelt, als einem Dinge an ſich ſelbſt, gegeben wird, ſondern blos im Regreſſus derſelben aufgegeben werden kan, ſo behaͤlt der gedachte Grundſatz der reinen Vernunft, in ſeiner dergeſtalt berichtigten Bedeutung, annoch ſeine gute Guͤltigkeit, zwar nicht als Axiom, die Totalitaͤt im Obiect als wirklich zu denken, ſondern als ein Problem vor den Verſtand, alſo vor das Subiect, um, der Vollſtaͤndigkeit in der Idee gemaͤß, den Regreſſus in der Reihe der Bedingungen zu einem gegebenen Bedingten anzuſtellen und fortzuſetzen. Denn in der Sinnlichkeit, d. i. im Raume und der Zeit, iſt iede Bedingung, zu der wir in der Expoſition gegebener Erſcheinungen gelangen koͤnnen, wiederum bedingt; weil dieſe keine Gegenſtaͤnde an ſich ſelbſt ſind, an denen allenfalls das Schlechthinunbedingte ſtatt finden koͤnte, ſondern blos empiriſche Vorſtellungen, die iederzeit in der Anſchauung ihre Bedingung finden muͤſſen, welche ſie dem Raume oder der Zeit nach beſtimt. Der Grundſatz der Vernunft alſo iſt eigentlich nur eine Regel, welche in der Reihe der Bedingungen gegebe