Der eleatiſche Zeno, ein ſubtiler Dialectiker iſt ſchon vom Plato als ein muthwilliger Sophiſt daruͤber ſehr getadelt worden, daß er, um ſeine Kunſt zu zeigen, einerley Satz durch ſcheinbare Argumente zu beweiſen und bald darauf durch andere eben ſo ſtarke wieder umzuſtuͤrzen ſuchte. Er behauptete: Gott (vermuthlich war es bey ihm nichts als die Welt) ſey weder endlich, noch unendlich, er ſey weder in Bewegung, noch in Ruhe, ſey keinem andern Dinge weder aͤhnlich, noch unaͤhnlich. Es ſchien denen, die ihn hieruͤber beurtheilten, er habe zwey einander widerſprechende Saͤtze gaͤnzlich ablaͤugnen wollen, welches ungereimt iſt. Allein ich finde nicht: daß ihm dieſes mit Recht zur Laſt gelegt werden koͤnne. Den erſteren dieſer Saͤtze werde ich bald naͤher beleuchten. Was die uͤbrige betrift, wenn er unter dem Worte: Gott, das Univerſum verſtand, ſo mußte er allerdings ſagen: daß dieſes weder in ſeinem Orte beharrlich gegenwaͤrtig (in Ruhe) ſey, noch denſelben veraͤndere (ſich bewege), weil alle Oerter nur im Univers, dieſes ſelbſt alſo in keinem Orte iſt. Wenn das Weltall alles, was exiſtirt, in ſich faßt, ſo iſt es auch ſo fern keinem andern Dinge, weder aͤhnlich, noch unaͤhnlich, weil es auſſer ihm kein anderes Ding giebt, mit dem es koͤnte verglichen werden. Wenn zwey