Das ſinnliche Anſchauungsvermoͤgen iſt eigentlich nur eine Receptivitaͤt, auf gewiſſe Weiſe mit Vorſtellungen afficirt zu werden, deren Verhaͤltniß zu einander eine reine Anſchauung des Raumes und der Zeit iſt, (lauter Formen unſerer Sinnlichkeit) und welche, ſo fern ſie in dieſem Verhaͤltniſſe (dem Raume und der Zeit) nach Geſetzen der Einheit der Erfahrung verknuͤpft und beſtimbar ſind, Gegenſtaͤnde heiſſen. Die nichtſinnliche Urſache dieſer Vorſtellungen iſt uns gaͤnzlich unbekant, und dieſe koͤnnen wir daher nicht als Obiect anſchauen; denn dergleichen Gegenſtand wuͤrde weder im Raume, noch der Zeit (als bloſſen Bedingungen der ſinnlichen Vorſtellung) vorgeſtellt werden muͤſſen, ohne welche Bedingungen wir uns gar keine Anſchauung denken koͤnnen. Indeſſen koͤnnen wir die blos intelligibele Urſache der Erſcheinungen uͤberhaupt, das transſcendentale Obiect nennen, blos, damit wir etwas haben, was der Sinnlichkeit als einer Receptivitaͤt correſpondirt. Dieſem transſcendentalen Obiect koͤnnen wir allen Umfang und Zuſammenhang unſerer moͤglichen Wahrnehmungen zuſchreiben und ſagen: daß es vor aller Erfahrung an ſich ſelbſt gegeben ſey. Die Erſcheinungen aber ſind, ihm gemaͤß, nicht an ſich, ſondern nur in dieſer Erfahrung gegeben, weil ſie bloſſe Vorſtellungen ſind, die nur als Wahrnehmungen einen wirk