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Die Antinomie

Erſter Widerſtreit

Theſis.

Die Welt hat einen Anfang in der Zeit und iſt dem Raum nach auch in Graͤnzen eingeſchloſſen.

Beweis.

Denn man nehme an, die Welt habe der Zeit nach keinen Anfang: ſo iſt bis zu iedem gegebenen Zeitpuncte eine Ewigkeit abgelaufen, und mithin eine unendliche Reihe auf einander folgenden Zuſtaͤnde der Dinge in der Welt verfloſſen. Nun beſteht aber eben darin die Unendlichkeit einer Reihe: daß ſie durch ſucceſſive Syntheſis niemals vollendet ſeyn kan. Alſo iſt eine unendliche verfloſſene Weltreihe unmoͤglich, mithin ein Anfang der Welt, eine nothwendige Bedingung ihres Daſeyns, welches zuerſt zu beweiſen war.

In Anſehung des zweiten nehme man wiederum das Gegentheil an: ſo wird die Welt ein unendliches gegebenes Ganze von zugleich exiſtirenden Dingen ſeyn. Nun koͤnnen wir die Groͤſſe eines Quanti, welches nicht innerhalb gewiſſen Graͤnzen ieder Anſchauung gegeben wird,*) auf

keine
Wir koͤnnen ein unbeſtimtes Quantum als ein Ganzes anſchauen, wenn es in Graͤnzen eingeſchloſſen iſt, ohne die Totalitaͤt deſſelben durch Meſſung, d. i. die ſucceſſive
Syn
*)
Wir koͤnnen ein unbeſtimtes Quantum als ein Ganzes anſchauen, wenn es in Graͤnzen eingeſchloſſen iſt, ohne die Totalitaͤt deſſelben durch Meſſung, d. i. die ſucceſſive
Syn