Drittens, nehmet ihr an: in allem, was in der Welt geſchieht, ſey nichts, als Erfolg nach Geſetzen der Natur, ſo iſt die Cauſſalitaͤt der Urſache immer wiederum etwas, das geſchieht, und euren Regreſſus zu noch hoͤherer Urſache, mithin die Verlaͤngerung der Reihe von Bedingungen a parte priori ohne Aufhoͤren nothwendig macht. Die bloſſe wirkende Natur iſt alſo vor allen euren Begriff, in der Syntheſis der Weltbegebenheiten, zu groß.
Waͤhlt ihr, hin und wieder, von ſelbſt gewirkte Begebenheiten, mithin Erzeugung aus Freiheit: ſo verfolgt euch das Warum nach einem unvermeidlichen Naturgeſetze, und noͤthigt euch, uͤber dieſen Punct nach dem Cauſſalgeſetze der Erfahrung hinaus zu gehen, und ihr findet, daß dergleichen Totalitaͤt der Verknuͤpfung vor euren nothwendigen empiriſchen Begriff zu klein iſt.
Viertens. Wenn ihr ein ſchlechthin nothwendiges Weſen (es ſey die Welt ſelbſt oder Etwas in der Welt oder die Welturſache) annehmt: ſo ſezt ihr es in eine, von iedem gegebenen Zeitpunct unendlich entfernte Zeit; weil es ſonſt von einem anderen und aͤlteren Daſeyn abhaͤngend ſeyn wuͤrde. Alsdenn iſt aber dieſe Exiſtenz vor euren empiriſchen Begriff unzugaͤnglich und zu groß, als daß ihr iemals durch irgend einen fortgeſetzten Regreſſus dazu gelangen koͤntet.