Wir werden alſo der Verbindlichkeit einer wenigſtens critiſchen Aufloͤſung der vorgelegten Vernunftfragen dadurch nicht ausweichen koͤnnen: daß wir uͤber die enge Schranken unſerer Vernunft Klagen erheben, und mit dem Scheine einer demuthsvollen Selbſterkentniß, bekennen: es ſey uͤber unſere Vernunft, auszumachen, ob die Welt von Ewigkeit her ſey, oder einen Anfang habe; ob der Weltraum ins Unendliche mit Weſen erfuͤllet, oder innerhalb gewiſſen Graͤnzen eingeſchloſſen ſey; ob irgend in der Welt etwas einfach ſey, oder ob alles ins Unendliche getheilt werden muͤſſe; ob es eine Erzeugung und Hervorbringung aus Freiheit gebe, oder ob alles an der Kette der Naturordnung haͤnge; endlich ob es irgend ein gaͤnzlich unbedingt und an ſich nothwendiges Weſen gebe, oder ob alles ſeinem Daſeyn nach bedingt und mithin aͤuſſerlich abhaͤngend und an ſich zufaͤllig ſey. Denn alle dieſe Fragen betreffen einen Gegenſtand, der nirgend anders, als in unſeren Gedanken gegeben werden kan, nemlich die ſchlechthin unbedingte Totalitaͤt der Syntheſis der Erſcheinungen. Wenn wir daruͤber aus unſeren eigenen Begriffen nichts gewiſſes