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Elementarl. II. Th. II. Abth. II. Buch. II. Hauptſt.

Es iſt nicht ſo auſſerordentlich, als es anfangs ſcheint: daß eine Wiſſenſchaft in Anſehung aller in ihren Inbegriff gehoͤrigen Fragen (quæſtiones domeſticæ) lauter gewiſſe Aufloͤſungen fodern und erwarten koͤnne, ob ſie gleich zur Zeit noch vielleicht nicht gefunden ſind. Auſſer der Transſcendentalphiloſophie giebt es noch zwey reine Vernunftwiſſenſchaften, eine, blos ſpeculativen, die andere practiſchen Inhalts: reine Mathematik und reine Moral. Hat man wol iemals gehoͤrt: daß, gleichſam wegen einer nothwendigen Unwiſſenheit der Bedingungen, es vor ungewiß ſey ausgegeben worden, welches Verhaͤltniß der Durchmeſſer zum Kreiſe ganz genau in Rational- oder Irrationalzahlen habe. Da es durch erſtere gar nicht congruent gegeben werden kan, durch die zweite aber noch nicht gefunden iſt, ſo urtheilte man: daß wenigſtens die Unmoͤglichkeit ſolcher Aufloͤſung mit Gewißheit erkant werden koͤnne und Lambert gab einen Beweis davon. In den allgemeinen Principien der Sitten kan nichts Ungewiſſes ſeyn, weil die Saͤtze entweder ganz und gar nichtig und ſinnleer ſind, oder blos aus unſeren Vernunftbegriffen flieſſen muͤſſen. Dagegen giebt es in der Naturkunde eine Unendlichkeit von Vermuthungen, in Anſehung deren niemals Gewißheit erwartet werden kan, weil die Naturerſcheinungen Gegenſtaͤnde ſind, die uns unabhaͤngig von unſeren Begriffen gegeben werden, zu denen alſo der Schluͤſſel nicht in uns und unſerem reinen Denken, ſondern auſſer uns liegt und eben darum in vielen Faͤllen nicht aufgefunden,

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