So aber, wenn der Empirismus in Anſehung der Ideen (wie es mehrentheils geſchieht) ſelbſt dogmatiſch wird und dasienige dreuſt verneinet, was uͤber der Sphaͤre ſeiner anſchauenden Erkentniſſe iſt, ſo faͤllt er ſelbſt in den Fehler der Unbeſcheidenheit, der hier um deſto tadelhafter iſt, weil dadurch dem practiſchen Intereſſe der Vernunft ein unerſetzlicher Nachtheil verurſachet wird.
Dies iſt der Gegenſatz des Epicureisms*) gegen den Platonism.
- *)
- Es iſt indeſſen noch die
Frage, ob Epicur dieſe Grundſaͤtze
als obiective Behauptungen iemals vorgetragen
habe? Wenn ſie etwa weiter nichts,
als Maximen des ſpeculativen Gebrauchs der
Vernunft waren, ſo zeigte er daran einen
aͤchteren philoſophiſchen Geiſt, als irgend
einer der Weltweiſen des Alterthums: daß man in
Erklaͤrung der Erſcheinungen ſo zu
Werke gehen muͤſſe, als ob das Feld der
Unterſuchung durch keine Graͤnze oder Anfang
der Welt abgeſchnitten ſey, den Stoff der
Welt ſo annehmen, wie er ſeyn muß, wenn wir
von ihm durch Erfahrung belehrt werden
wollen, daß keine andere Erzeugung
der Begebenheiten, als wie ſie durch unveraͤnderliche Naturgeſetze beſtimt werden,
und endlich keine von der Weit unterſchiedene
Urſache muͤſſe gebraucht werden,↩